Wir fordern Gleichberechtigung!

Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie treffen Frauen stärker als Männer, auch in den Medienberufen. Frauen treten für die zusätzliche Care-Arbeit oftmals kürzer, während die Männer an der Spitze die Entscheidungen über Budgets treffen und der Welt die Krise erklären. Sie halten die Meinungshoheit in Kommentaren und Leitartikeln, fördern sich gegenseitig und entscheiden über Strukturen.

Die Corona-Krise und die kommenden sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen verstärken die bereits bestehende Ungleichheit zwischen Journalistinnen und Journalisten. Und sie beweisen: Auch im Jahr 2020 sind Frauen und Männer in den Medien noch nicht gleichgestellt.

„Die Wahrheit ist, dass wir noch immer weit entfernt von echter Gleichstellung sind, das belegen alle Zahlen. Unsere Gesellschaft wird weiterhin hauptsächlich von Männern beherrscht und gestaltet und das können und dürfen wir als Gesellschaft nicht akzeptieren“, betont Alexandra Wachter, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien. „So lange Männer die Spielregeln gestalten, werden wir immer im Nachteil sein, das gilt für alle Frauen in allen Lebenswelten. Deshalb müssen wir Gleichstellung einfordern! Wir müssen laut sein und klarmachen, dass diese Ungerechtigkeit nicht länger toleriert wird!“

Deshalb fordern wir, die Vereine
ProQuote Medien (D)
Presseclub Concordia (Ö),
Frauennetzwerk Medien (Ö)
und Medienfrauen Schweiz (CH)
von den Medienhäusern, Redaktionen und Medienpolitiker*innen:

  1. 50 Prozent Frauen auf allen Führungsebenen in den Redaktionen und Medienhäusern. Wir sind die Hälfte, wir wollen die Hälfte der Macht!
  2. Mehr Frauen als Protagonistinnen und Expertinnen in der Berichterstattung. Für eine angemessene weibliche Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.
  3. 50 Prozent Kolumnistinnen, Leitartiklerinnen und Kommentatorinnen in den meinungsbildenden journalistischen Formaten. Für eine vielfältige Sicht auf die Welt.
  4. Möglichkeiten auf Führungspositionen in Teilzeit, Jobsharing und für familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
  5. Unterstützung, Solidarität und Hilfsfonds für Freie Mitarbeiter*innen! Weil wir in der Krise zusammenstehen.
  6. Gleiches Gehalt für gleiche Arbeit. Für eine gerechte Bezahlung unserer Leistung unabhängig vom Geschlecht.
  7. Mehr Diversität in Redaktionen. Weil sich gesellschaftliche Vielfalt in den Redaktionen widerspiegeln muss.
  8. Berücksichtigung der fairen Repräsentanz und Frauenförderung als Kriterium bei der Vergabe öffentlicher Fördermittel wie zum Beispiel Presse- und Medienförderung oder Projektförderungen für Medien.

Edith Heithkämper, Vorstandsvorsitzende ProQuote Medien
Daniela Kraus, Generalsekretärin Presseclub Concordia
Kerstin Hasse, Präsidentin Medienfrauen Schweiz
sowie Kristin Allwinger, Jelena Gučanin, Elfriede Hammerl, Münire Inam, Martina Madner, Veronika Pelikan, Olivera Stajić, Andrea Vyslozil, Alexandra Wachter und Augustine Wöss, die Vorstandsfrauen des Frauennetzwerks Medien

Dieser Forderungskatalog wurde am 26. Juni 2020 an die Medienhäuser, Redaktionen und Medienpolitiker*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt:

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